A-Adrenolytika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Die Wechselwirkung von Noradrenalin mit a-Adrenozeptoren wird durch a-Adrenolytika (a-Rezeptorantagonisten, a-Blocker) blockiert. Die Präparate werden bei erhöhtem Blutdruck eingesetzt (Vasodilatation -> peripherer Gefäßwiderstand ↓ -> Blutdruck ↓). Die ersten a-Adrenolytika blockierten nicht nur postsynaptische a1-Adrenozeptoren, sondern auch präsynaptische a2-Rezeptoren (unselektive a-Blocker, z.B. Phenoxybenzamin, Phentolamin).

Die präsynaptischen a2-Rezeptoren reagieren auf die Noradrenalinkonzentration im synaptischen Spalt: Die Aktivierung der präsynaptischen a2-Rezeptoren führt zur Hemmung der Freisetzung von Noradrenalin aus dem Präsynaps. Im Gegensatz dazu führt die Blockade der a2-Rezeptoren zu einer unkontrollierten Freisetzung von Noradrenalin. Dies wirkt sich besonders auf die Herzmuskulatur aus, die postsynaptische a-Adrenozeptoren besitzt, deren Stimulation Tachykardie und Arrhythmie auslöst.

Selektive a-Adrenolytika (a1-Blocker, z.B. Prazosin oder langwirksame Terazosin und Doxazosin) verursachen keine Freisetzung von Noradrenalin. a1-Blocker werden bei Hypertonie verschrieben. Da diese Präparate die Gefäßverengung verhindern, kann es zu einer Blutansammlung in den Extremitäten kommen (orthostatische Dysregulation).

ß-Adrenolytika (ß-Blocker)

ß-Adrenolytika sind Antagonisten von Noradrenalin und Adrenalin an ß-Rezeptoren und besitzen keine Affinität zu a-Rezeptoren.

Therapeutische Wirkung: ß-Blocker verhindern über die Blockade der ß-Rezeptoren des Herzmuskels den erhöhten Sauerstoffverbrauch des Herzens, der bei Erregung des sympathischen Nervs entstehen kann (das Herz arbeitet im „optimalen Modus“). Die Präparate werden bei Angina pectoris eingesetzt, um die Belastung des Herzens, die einen Anfall auslösen könnte, zu begrenzen (Prophylaxe der Angina pectoris). ß-Blocker verringern auch die Herzfrequenz (sinusale Tachykardie). ß-Blocker senken den erhöhten Blutdruck. Der genaue Mechanismus der blutdrucksenkenden Wirkung ist nicht vollständig geklärt.

Lokalanwendung: ß-Blocker werden bei erhöhtem Augeninnendruck (Glaukom) eingesetzt: Sie verringern die Produktion des Kammerwassers.

Nebenwirkungen: ß-Blocker werden häufig angewendet und in der Regel gut vertragen, sofern Risikofaktoren berücksichtigt werden. Unerwünschte Wirkungen treten auf, wenn für die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen eine Aktivierung der ß-Rezeptoren erforderlich ist.

Vielfalt der ß-Blocker

ß-Adrenolytika haben eine ähnliche chemische Struktur der Seitenketten wie ß-Sympathomimetika (z.B. Isoprenalin und ß-Blocker Propranolol, Pindolol, Atenolol). Die Seitenkette ist über eine Methylgruppe oder eine Sauerstoffbrücke mit dem aromatischen Ring verbunden. Der Kohlenstoff der Seitenkette, der die Hydroxylgruppe trägt, bildet ein Chiralitätszentrum. Mit wenigen Ausnahmen (Pindolol, Timolol) sind ß-Adrenolytika racemische Gemische.

Der linksdrehende Enantiomer hat eine 100-fach höhere Affinität zu ß-Rezeptoren als der rechtsdrehende und kann daher die volle ß-blockierende Wirkung entfalten. Die Seitenkette und die Substituenten am Stickstoffatom sind wichtig für die Affinität zu ß-Rezeptoren, während die Substitution im aromatischen Ring die innere sympathomimetische Aktivität (ISA) bestimmt, d.h. ob die Substanz sich wie ein partieller Agonist (oder partieller Antagonist) verhält.

Bei partiellen Agonisten oder partiellen Antagonisten, wie z.B. Pindolol, ist die intrinsische Aktivität so gering, dass selbst bei Bindung an alle Rezeptoren nur ein Teil der Wirkung eines vollen Agonisten entsteht. Im Gegensatz dazu ist die Wirkung des vollen Agonisten, wie z.B. Isoprenalin, abgeschwächt, da die Bindung des vollen Agonisten an die Rezeptoren erschwert ist. Somit wirken partielle Agonisten sowohl als Agonisten als auch als Antagonisten, indem sie die Rezeptoraktivierung aufrechterhalten. Atypische ß-Rezeptoren scheinen hierbei eine Rolle zu spielen. Es ist bis heute nicht geklärt, ob ß-Blocker mit innerer sympathomimetischer Aktivität therapeutische Vorteile haben. Patienten mit Herzinsuffizienz sollten ß-Blocker ohne ISA erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Was sind Adrenolytika?

Adrenolytika sind Arzneimittel, die die Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin an den Adrenozeptoren blockieren. Es gibt zwei Hauptgruppen: a-Adrenolytika und b-Adrenolytika.

Wie wirken a-Adrenolytika?

a-Adrenolytika blockieren die Wirkung von Noradrenalin an a-Adrenozeptoren. Dadurch kommt es zur Gefäßerweiterung und Blutdrucksenkung. Selektive a1-Blocker werden vor allem bei Bluthochdruck eingesetzt.

Wie wirken b-Adrenolytika?

b-Adrenolytika blockieren die Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin an b-Adrenozeptoren. Dadurch wird der Sauerstoffverbrauch des Herzens reduziert, was sie für die Behandlung von Angina pectoris und Herzinsuffizienz nützlich macht. Außerdem senken sie den Blutdruck.

Welche Nebenwirkungen können Adrenolytika haben?

Wichtige Nebenwirkungen sind bei a-Blockern die Gefahr von Kreislaufproblemen, bei b-Blockern vor allem Probleme bei Asthma, Diabetes und Durchblutungsstörungen. Bei Herzinsuffizienz müssen b-Blocker mit Vorsicht eingesetzt werden.

Wie unterscheiden sich die verschiedenen b-Blocker?

b-Blocker unterscheiden sich in ihrer Selektivität für b1- oder b2-Rezeptoren, ihrer Lipophilie, ihrer inneren sympathomimetischen Aktivität und weiteren Eigenschaften. Dies kann die Wirkung und Nebenwirkungen beeinflussen.

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