Quelle: „Visuelle Pharmakologie“.


Autor: X. Lüllmann. Übers. aus dem Deutschen. Veröffentlicht: Moskau: Mir, 2008.

Noradrenalin akkumuliert in Bläschen (Vesikel; Durchmesser 0,05-0,2 μm), die von einer Membran umgeben sind. Noradrenalin entsteht durch eine aufeinanderfolgende enzymatische Synthese aus der Aminosäure Tyrosin, die unter Mitwirkung des Enzyms Tyrosinhydroxylase in L-Dopa umgewandelt wird. L-Dopa wird durch Decarboxylierung in Dopamin umgewandelt, das mithilfe des vesikulären Monoamintransporters (VMAT) in die Vesikel gelangt. Erst in den Vesikeln wird Dopamin unter Einwirkung der Dopamin-β-Hydroxylase in Noradrenalin umgewandelt. In den Nebennieren (B) wird ein Großteil des Noradrenalins durch eine einstufige enzymatische Methylierung in Adrenalin umgewandelt. Bei elektrischer Erregung des sympathischen Nervs wird der Vesikelinhalt, einschließlich Noradrenalin, in den synaptischen Spalt freigesetzt. Das freigesetzte Noradrenalin aktiviert Adrenorezeptoren, die an der postsynaptischen oder präsynaptischen Membran lokalisiert sind. Die Aktivierung präsynaptischer β2-Adrenorezeptoren führt zu einer Hemmung der Noradrenalinfreisetzung (negativer Rückkopplungsmechanismus). Die Wirkung des freigesetzten Noradrenalins endet schnell. Fast 90% des Noradrenalins werden schnell durch einen spezifischen Transportmechanismus (NAT) aus dem synaptischen Spalt in das Axoplasma aufgenommen und über den Mechanismus des vesikulären Transports erneut in Vesikel eingelagert (neuronale Rückaufnahme). Der Noradrenalintransport (NAT) kann durch trizyklische Antidepressiva und Kokain gehemmt werden. Darüber hinaus wird Noradrenalin aus dem synaptischen Spalt zu den Effektorzellen der Organe transportiert (extranervoser Monoamintransport, EMT). Ein geringer Teil des aufgenommenen Noradrenalins wird durch zwei Enzyme inaktiviert: Catechol-O-Methyltransferase (COMT; im Zytosol der Organzellen) wandelt es in Normetanephrin um, und Monoaminooxidase (MAO; in den Mitochondrien der Nervenzellen und Organzellen) wandelt es in Dihydroxymandelsäure um.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine adrenergische Synapse?

Eine adrenergische Synapse ist ein Übertragungsort für Signale des sympathischen Nervensystems, an dem der Neurotransmitter Noradrenalin freigesetzt und auf Adrenorezeptoren der postsynaptischen Zellen übertragen wird.

Wie wird Noradrenalin in adrenergischen Synapsen gebildet?

Noradrenalin wird in mehreren enzymatischen Schritten aus der Aminosäure Tyrosin synthetisiert. Zunächst entsteht L-Dopa, das dann zu Dopamin decarboxyliert wird. Dopamin wird schließlich in den Vesikeln durch Dopamin-β-Hydroxylase in Noradrenalin umgewandelt.

Wie wird Noradrenalin in adrenergischen Synapsen freigesetzt und abgebaut?

Bei elektrischer Erregung des sympathischen Nervs wird der Vesikelinhalt, also auch Noradrenalin, in den synaptischen Spalt freigesetzt. Der Großteil des Noradrenalins wird anschließend wieder in die Nervenzelle aufgenommen oder enzymatisch in inaktive Metabolite umgewandelt.

Wie beeinflussen Arzneimittel die adrenergische Signalübertragung?

Manche Arzneimittel wie trizyklische Antidepressiva und Kokain können den Noradrenalin-Rücktransport in die Nervenzelle hemmen und so die Signalübertragung verlängern. Andere Arzneimittel wie α- oder β-Blocker greifen direkt an den Adrenorezeptoren an.

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